Ein Ölleck an einer Maschine, abgelagerter Metallstaub oder die unsachgemäße Verwendung eines Entfetters können in Produktionsbetrieben Sicherheitsrisiken verursachen. Dennoch werden solche Gefahren im Arbeitsalltag nicht immer rechtzeitig erkannt.
Die industrielle Reinigung trägt zu mehr Sicherheit am Arbeitsplatz bei, sofern geeignete Reinigungsmittel, Reinigungsgeräte und Arbeitsverfahren eingesetzt werden. Dabei geht es nicht nur um die Entfernung von Verschmutzungen, sondern auch darum, die Exposition gegenüber Gefahrstoffen zu minimieren und Wartungsarbeiten sicher durchzuführen.
Welche Risiken sollten Unternehmen besonders beachten und welche Maßnahmen helfen dabei, diese zu reduzieren? Im Folgenden stellen wir fünf typische Gefahrenquellen und eine praktische Sicherheits Checkliste vor.
Welche Sicherheitsrisiken entstehen bei der industriellen Reinigung?
Die Risiken unterscheiden sich je nach Produktionsumgebung, Verschmutzungsart und Reinigungsverfahren. Die folgende Tabelle zeigt häufige Gefährdungen und geeignete Schutzmaßnahmen.
| Sicherheitsrisiko | Mögliche Ursache | Vorbeugende Maßnahme |
| Rutschgefahr | Öl, Fett oder Kühlschmierstoffe auf dem Boden | Leckagen umgehend beseitigen und geeignete Bodenreiniger verwenden |
| Verdeckte Defekte | Verschmutzte Maschinen und Dichtungen | Regelmäßige Reinigung und Sichtprüfung |
| Brandgefahr | Brennbare Öl-, Fett- oder Staubablagerungen | Ablagerungen kontrolliert entfernen und Zündquellen vermeiden |
| Exposition gegenüber Gefahrstoffen | Einatmen von Dämpfen oder Aerosolen, Hautkontakt | Weniger gefährliche Alternativen prüfen und geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen |
| Materialschäden | Ungeeignete Reinigungschemie oder Temperaturen | Materialverträglichkeit und Anwendungshinweise prüfen |
Eine geeignete Reinigungs Strategie hilft, Gefährdungen möglichst an der Quelle zu minimieren. Die Entfernung von Verschmutzungen ergänzt dabei die technische Instandhaltung und weitere Arbeitsschutzmaßnahmen.

1. Rutschgefahr durch Öl und Fett vermeiden
Öl und Kühlschmierstoffe können sich über Maschinen, Arbeitsschuhe und Flurförderzeuge auf dem Produktions Boden verteilen. Dadurch können auch Laufwege außerhalb des unmittelbaren Produktionsbereichs rutschig werden.
Bei der Reinigung ist entscheidend, dass Öl und Fett nicht nur gelöst, sondern auch vollständig von der Oberfläche entfernt werden. Eine falsche Dosierung oder das unzureichende Entfernen von Reinigungsrückständen kann die Rutschgefahr zusätzlich erhöhen.
Praktische Maßnahme: Kontrollieren Sie regelmäßig die Bereiche rund um Maschinen, beheben Sie Leckagen an der Ursache und verwenden Sie einen für den Bodenbelag geeigneten Reiniger. Prüfen Sie anschließend, ob die Fläche wieder sicher begehbar ist.
2. Verschleiß und Leckagen frühzeitig erkennen
Angesammeltes Fett und Schmutz können beschädigte Dichtungen, beginnende Leckagen und andere Auffälligkeiten an Maschinen verdecken.
Eine regelmäßige Maschinenreinigung erleichtert die Sichtprüfung und macht Kontrollstellen besser zugänglich. Besonders bei Hydraulikanlagen und Maschinen mit beweglichen Bauteilen kann dies die Instandhaltung unterstützen.
Für kleinere Maschinenteile kann ein manueller Teilewaschtisch geeignet sein. Ein Beispiel ist der Bio-Circle GT Compact Teilewaschtisch, bei dem Bauteile mithilfe einer Reinigungsbürste und einer temperierten, wasserbasierten Reinigungslösung manuell gereinigt werden. Dadurch lassen sich Öl- und Fettrückstände gezielt entfernen, sodass Bauteiloberflächen besser kontrolliert werden können.
Die Wahl des geeigneten Reinigungssystems hängt vom Material, der Verschmutzung und dem erforderlichen Reinigungsergebnis ab.
3. Exposition gegenüber gefährlichen Reinigungschemikalien reduzieren
Nicht nur industrielle Verschmutzungen stellen ein Risiko dar. Auch die eingesetzten Reinigungsmittel können gefährliche Eigenschaften besitzen.
Einige lösemittelhaltige Entfetter sind entzündbar oder können bei unsachgemäßer Anwendung zu einer unerwünschten Exposition durch Hautkontakt oder Einatmen führen.
Bei der Auswahl industrieller Reinigungsmittel sollten Unternehmen deshalb nicht ausschließlich auf die Reinigungsleistung achten.
Prüfen Sie auch das Sicherheitsdatenblatt, die erforderliche Belüftung, die persönliche Schutzausrüstung und die vorgeschriebene Dosierung.
Wasserbasierte oder biologisch abbaubare Reinigungsmittel können bei bestimmten Anwendungen eine weniger belastende Alternative darstellen. Biologische Abbaubarkeit bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Produkt ungefährlich ist.
Die Wahl zwischen wasserbasierten und lösemittelhaltigen Reinigern hängt von der Anwendung, der Verschmutzung und den Sicherheitsanforderungen ab. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag über die Unterschiede zwischen wasserbasierten und lösemittelhaltigen Entfettern.
Praktische Maßnahme: Prüfen Sie, ob ein Reinigungsmittel mit einem günstigeren Gefahrenprofil die gleiche Reinigungs Aufgabe erfüllen kann. Vergleichen Sie dabei die Zusammensetzung, die Einsatzbedingungen und die technischen Eigenschaften.
Weitere Informationen zum sicheren Umgang mit Gefahrstoffen finden Sie bei EU-OSHA.
4. Brandgefahr durch brennbare Ablagerungen verringern
Brennbare Öl- und Fettrückstände sowie bestimmte brennbare Stäube können unter ungünstigen Bedingungen das Brandrisiko erhöhen. Bei aufgewirbelten brennbaren Stäuben kann unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich eine explosionsfähige Atmosphäre entstehen.
Besonders an heißen Maschinenkomponenten, elektrischen Anlagen und möglichen Zündquellen sollten solche Ablagerungen regelmäßig kontrolliert werden.
Ein festgelegter Reinigungsplan hilft dabei, Rückstände rechtzeitig zu entfernen. Das gewählte Verfahren muss für die jeweilige Anlage und die vorhandenen Stoffe geeignet sein.
Praktische Maßnahme: Nehmen Sie gefährdete Bereiche in den Wartungsplan auf. Achten Sie darauf, dass die Reinigung selbst keine zusätzlichen Risiken verursacht, beispielsweise durch den Einsatz entzündbarer Reinigungsmittel in der Nähe von Zündquellen. Bei brennbaren Stäuben sind geeignete, auf die Gefährdungsbeurteilung abgestimmte Reinigungsverfahren erforderlich.
Die industrielle Reinigung unterstützt den vorbeugenden Brandschutz, ersetzt jedoch weder technische Schutzmaßnahmen noch die Bewertung von Brand- und Explosionsgefahren.
5. Sicherheitsrisiken durch falsche Dosierung vermeiden
Eine höhere Konzentration der Reinigungslösung führt nicht automatisch zu einem besseren Ergebnis.
Eine Überdosierung kann den Verbrauch unnötig erhöhen und abhängig von der Zusammensetzung zusätzliche Risiken für Mitarbeiter oder Materialien verursachen. Eine zu geringe Konzentration kann dagegen die Reinigungsleistung beeinträchtigen.
Auch Temperatur, Einwirkzeit und Reinigungsverfahren beeinflussen das Ergebnis.
Praktische Maßnahme: Arbeiten Sie mit klaren Dosieranweisungen und stimmen Sie Konzentration, Temperatur und Einwirkzeit auf die Herstellerangaben und die jeweilige Verschmutzung ab.
Praktische Sicherheits Checkliste für die industrielle Reinigung
Ein festgelegtes Reinigungsprotokoll unterstützt Unternehmen dabei, Sicherheitsrisiken systematisch zu kontrollieren. Nutzen Sie die folgende Checkliste vor, während und nach der Reinigung.
Vor der Reinigung
- Wurde festgestellt, welche Verschmutzungen entfernt werden müssen?
- Ist das Reinigungsmittel für das Material und die Anwendung geeignet?
- Sind Sicherheitsdatenblatt und Dosieranweisungen verfügbar?
- Wurde die Maschine gemäß den geltenden Sicherheitsverfahren stillgelegt und gegen unbeabsichtigtes Wiederanlaufen gesichert?
- Sind ausreichende Belüftung und erforderliche persönliche Schutzausrüstung vorhanden?
Während der Reinigung
- Werden die vorgeschriebene Konzentration und Temperatur eingehalten?
- Werden Spritzer, Dampf- und Aerosolbildung sowie unnötiger Hautkontakt möglichst vermieden?
- Werden verschmutzte Reinigungsflüssigkeiten aufgefangen und gemäß den geltenden Vorschriften behandelt?
Nach der Reinigung
- Wurden Verschmutzungen und mögliche Reinigungsmittelrückstände ausreichend entfernt?
- Können Böden und Arbeitsflächen wieder sicher genutzt werden?
- Wurden Leckagen, Verschleiß und andere Auffälligkeiten überprüft?
- Wurden verwendete Materialien und Abfälle ordnungsgemäß entsorgt?
Wer diese Kontrollen in den Arbeitsalltag integriert, macht die industrielle Reinigung zu einem festen Bestandteil der Arbeitssicherheit und Instandhaltung.
Welche Industriereiniger und Werkstattreiniger eignen sich für einen sicheren Einsatz?
Nicht jede Anwendung erfordert die gleiche Reinigungschemie. Die Reinigung eines Produktionsbodens stellt beispielsweise andere Anforderungen als das Entfetten von Maschinenteilen.
Bei der Auswahl industrieller Reinigungsmittel und geeigneter Werkstattreiniger sind vier Faktoren entscheidend: die Art der Verschmutzung, das Material, das Reinigungsverfahren und die Sicherheitsanforderungen.
DISC Special Chemicals unterstützt Unternehmen bei der Auswahl geeigneter Reinigungsmittel und Reinigungssysteme für die industrielle Instandhaltung, Metallbearbeitung und die Entfernung von Öl- und Fettrückständen.
Dabei werden, soweit möglich, weniger belastende Alternativen berücksichtigt, ohne die erforderliche Reinigungsleistung aus den Augen zu verlieren.
Sie möchten wissen, welche Werkstattreiniger oder industriellen Reinigungsverfahren für Ihren Betrieb geeignet sind? Kontaktieren Sie DISC Special Chemicals für eine Beratung zu Ihrer konkreten Anwendung.

Fazit: Sichere industrielle Reinigung beginnt mit der richtigen Vorgehensweise
Die industrielle Reinigung kann dazu beitragen, verschiedene Sicherheitsrisiken am Arbeitsplatz zu reduzieren. Dazu gehören rutschige Böden, verdeckte Schäden und Verschleißerscheinungen, brennbare Ablagerungen und die Exposition gegenüber Gefahrstoffen.
Entscheidend ist das Zusammenspiel aus geeigneten Reinigungsmitteln, klaren Arbeitsanweisungen und regelmäßigen Kontrollen.
Wenn Unternehmen die Reinigung fest in ihre Sicherheits- und Wartungsprozesse integrieren, können sie Risiken gezielter erkennen und ihre Arbeitsabläufe sicherer gestalten.
Häufig gestellte Fragen
1. Worauf kommt es bei einer sicheren industriellen Reinigung besonders an?
Entscheidend sind ein geeignetes Reinigungsmittel und ein sicheres Reinigungsverfahren. Prüfen Sie vorab die Verschmutzung, das Material, das Sicherheitsdatenblatt und die erforderlichen Schutzmaßnahmen.
2. Sind wasserbasierte Industriereiniger sicherer als lösemittelhaltige Produkte?
Wasserbasierte Reiniger können bei bestimmten Anwendungen ein günstigeres Gefahren Profil aufweisen. Die tatsächliche Sicherheit hängt jedoch von der vollständigen Zusammensetzung und den Einsatzbedingungen ab.
3. Wie häufig sollten industrielle Maschinen gereinigt werden?
Das hängt von der Nutzung, dem Verschmutzungsgrad, den Wartungsvorgaben und den vorhandenen Sicherheitsrisiken ab. Ein darauf abgestimmter Reinigungsplan ist sinnvoller als ein einheitliches Reinigungsintervall für alle Maschinen.


